Ein Plädoyer für weniger Morde

29. Februar 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Die reale Welt der Menschen und die vorgegaukelte in den Medien haben relativ wenig miteinander zu tun. Im Fernsehen – ob es nun Eigenproduktionen der Sender sind oder eingekaufte Filme – sind die Menschen jünger, schöner und die Morde haben eine Aufklärungsrate von 100% (gegenüber 97,6% in der deutschen Realität, dessen ungeachtet, dass eine hohe Dunkelziffer an Morden von den Behörden erst gar nicht erkannt und als natürlicher Tod bzw. „Verschwinden“ abgeheftet wird). Allgemeinwissen ist, dass sich die echte Polizeiarbeit von der filmischen gewaltig unterscheidet, nicht zuletzt dadurch, dass viel weniger Nonnen mitarbeiten und auch die Mordrate in ländlichen Gegenden (Eifel, Rosenheim) nicht so hoch ist.

Klar, Krimis machen Spaß, Krimis sind einfach, Krimis haben eine kathartische Wirkung (bestraft die Bösen, rettet die Guten, zumindest die übrig gebliebenen Guten, wenn es welche gibt). Neben den ikonischen Sendungen „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ tummeln sich noch dutzende andere Formate in öffentlich-rechtlichen deutschen Kanälen, da hätten wir Omakrimis, Auslandskrimis, Englandkrimis, Lokalkoloritkrimis, Randgruppenkrimis (für Dicke, für Katholiken, für dicke Katholiken), Psychokrimis, Humorkrimis, angestrengte Humorkrimis, platte Humorkrimis, da-könnte-vielleicht-Humor-mit-gemeint-sein Krimis. Reichen diese Metiers nicht aus, werden gerne Schwedenkrimis und Dänemarkkrimis zugekauft und koproduziert. Irgendwann in den 90ern hat jemand mal gesagt, deutsche Krimis seien gut, es hält sich auch das Gerücht, sie seien international erfolgreich.

Die Hoffnung auf mehr „Bildungsauftrag“ starb schon zuletzt. Was ich mir jetzt wünschen würde: Einfach mehr andere Geschichten als Krimis. Liebesgeschichten, die vielleicht nicht unbedingt in Cornwall spielen müssen. Historische Filme, Märchen, Erzählungen, Science Fictions.

Denn wir sollten nicht vergessen, welche Wirkung Geschichten als Gedankenspielwiesen haben. Die amerikanische Nerd-Szene wurde fast ausschließlich durch die technischen Utopien von Star Trek und Star Wars beflügelt – wer jetzt darüber lächelt und sagt, das wären alles weltfremde Spinner, sollte sich vielleicht vor Augen halten, dass diese Szene den technischen Fortschritt der letzten dreißig Jahre verantwortet. Diese Szene entstand in den USA, weil dort das Erzählen utopischer Geschichten gepflegt wird. Was hierzulande entstand, orientierte sich an den USA – und tut es immer noch.

Die öffentlich-rechtlichen deutschen Medien sind groß darin, solides Kinderfernsehen zu machen, das sich bislang von den Privatsendern durch Nichtkommerzialismus und Allgemeinbildungsauftrag absetzt. Sie haben einige hervorragende politische und satirische Magazine, die auf spätnächtlichen Sendeplätzen herumlungern, sie haben Nachrichtensendungen, deren Nüchternheit und Faktenorientierung weltweit vorbildlich sind. Auf den restlichen 75% Sendeplätzen macht sich Unterhaltung auf Apothekenrundschauniveau breit bzw. Mord und Totschlag (überwiegend Mord).

Wir brauchen weniger Mord, auch keine lustigen oder regionalen. Wir brauchen mehr Inspiration, Allgemeinbildung, Fantasie. Wir brauchen mehr Wissen, Neugier, Anregung zu außergewöhnlichem und originellen Denken.

Und wir brauchen überhaupt keine Krimis aus so kreuzbraven Ländern wie Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg. Das glaubt denen eh keiner.

Nutella

16. Februar 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

… gab es bei uns zuhause nicht. Wahrscheinlich meinetwegen, ich war geradezu süchtig danach und sollte nicht noch fetter werden – fett wurde ich trotzdem, aber von anderen Sachen, die es dann doch wieder gab. Heute bin ich nochmal zwanzig Kilo schwerer, aber viermal so alt und um einiges länger, Nutella ist kein fester Bestandteil unseres Frühstücksrituals, Sabine isst morgens ohnehin nur gesundes Porridge. Die Faszination des Ferreroprodukts liegt eher in dem Zauber des früh verbotenen, polarisierenden, und auch in der Vermarktung des trotz alledem (und alledem) mit klaren Kanten versehenen weichen Breis.
Beruflich kam ich einmal in meiner ersten Frankfurter Zeit mit Ferrero zusammen. Meine Agentur wollte für sie werben, wir bekamen ein hochpräzises Briefing und toughe Vorgaben, letztendlich wurde nichts draus, aber die Erinnerung blieb an die Disziplin der Leute dort – und ihren Respekt vor dem Firmeninhaber, der „auf seinem Schloss in Italien sitzt und selber an den Pralinen tüftelt“. In dieser Zeit entstand z. B. „Raffaello“, die weißen Bollen mit Kokos und einer Dame mit weißem Hut als Werbefigur, die mittlerweile eine längere Tradition hinter sich hat als ihre Persil-Schwester anfangs des letzten Jahrhunderts. Ferrero-Kommunikation stand für uninspirierte, aber eingängige und effektive Werbung; etwas, das man als Kreativer nicht machen wollte, aber dessen Erfolg man eingestehen muss.
Zwischenzeitlich hasste ich den messerableckenden Boris Becker, wenn auch nicht wegen des Messer ableckens, das fand ich toll, sondern weil dieser widerliche Typ genau das machte, was ich selber an Nutella liebte. Mit den jungen Fußballern beim Broteklauen verband ich garnichts. Alles will heute Fußball sein, aber auch das hat Tradition: „Jedermann sein eigner Fußball“ (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/a/a9/Jedermann_sein_eigner_Fussball.jpg) hieß es schon 1919. Damals war das noch Satire. Bei Ferrero (und anderen) ist es Methode: Harte, getestete Mechanismen, Humor, der – wenn es ihn überhaupt gibt – auch wirklich von allen verstanden werden muss, aber lieber noch einfach nur Stimmung. Den Kopf braucht man bei dieser Kommunikation nur, um die Ware drin verschwinden zu lassen. Ehrlicherweise behauptet sie auch nichts anderes.
Nutella erschien erst wieder auf meinem persönlichen Bildschirm, als meine drei- und sechsjährigen Neffen ein großes Geschrei darum erhoben. Kein Wunder! Für Kinder ist es das größte, zudem mit der Eigenart der Nuss-Nougat-Paste, noch als kleinstes Restchen effektiv einen Kindermund verschmieren zu können. Dann kam die Customizing-Aktion Schreibe-einen-Namen-in-Nutella-Typo: ziemlich genial, kauft man doch, um Teilnehmen zu können, durchschnittlich zwei Dosen: eine für die Aktion, eine weitere zum Aufkleben des zweiten Etiketts. Wäre Nutella nicht so braun, man könnte es für eine Schneeballaktion halten.
Und natürlich kaufte ich einen Becher und probierte, ob ich meinen Lieblingsausdruck von Ursula K. LeGuin unterjubeln könnte: „Gwullagh“ (das Wort gehört zur Sprache einer fremden Zivilisation in der Kurzgeschichte „Pathways of Desire“ in „The Compass Rose“, 1982). Klappte nicht. Dann kam der Mordanschlag auf die Redaktion des Charlie Hebdo. Mohammed ist, neben dem Namen des Propheten (Friede sei bei ihm) auch ein gängiger Eigenname. Wenn ich also einen Becher Nutella mit dem Namen mohammed (nutella wird auch klein geschrieben) beklebe, wer kriegt dann die Fatwa, Ferrero oder ich?
Das Prinzip "Drauf steht, was drin ist" haben wir hinter uns gelassen – jeder kann seine eigene Mogelpackung sein.

Das Prinzip „Drauf steht, was drin ist“ haben wir hinter uns gelassen – jeder kann seine eigene Mogelpackung sein.

Gerade als ich nachgucken wollte ob man pluralistischerweise ein Label mit „Jesus“ oder „Shiva“ bestellen kann, sah ich statt der (klug und pfiffig gemachten) nutella.de eine Todesanzeige: „Wir sind stolz auf Dich“. Die nüchterne, pragmatische Firma stoppt für einen Tag ihr Marketing – das hat nicht einmal Apple bei Steve Jobs getan (obwohl der tote Boss einen tollen Bildschirmschoner für die Apple-stores abgab). Eigentlich hatte ich gar nicht geglaubt, dass Michele Ferrero noch lebte; ich dachte, er sei so still und heimlich aus den Regalen verschwunden wie die Brüder Aldi Nord und Süd.
Ich nehme keinen Abschied von Michele Ferrero, ich kannte den Kerl ja gar nicht. Wikipedia sagt, er sei gar nicht der Gründer des Konzerns und auch nicht der Erfinder der Nougatpaste gewesen, das war sein Vater; dafür wurde er aber (noch vor Berlusconi) der reichste Mann Italiens. Er habe geglaubt, der Erfolg seiner Ware sei der Madonna von Lourdes (!) zu verdanken. Er hat Pralinen zur industriellen Massenware gemacht, aber vollkommen hinreißend, und die Werbung zum intellektuellen Dünnpfiff, aber hocheffektiv. Ich glaube, er war einfach nur ein guter Geschäftsmann und ein hingebungsvoller Süßigkeitentüftler. Für die hochverdienenden, austauschbaren Manager-Nasen der Konzerne wird allerdings niemand auch nur daran denken, einen Tag lang die Onlinepräsenz komplett mit einer Todesanzeige zu belegen.
Diese Seite ist übrigens schon mindestens den zweiten Tag online; mal sehen, ob er drei Tage oder eine ganze Woche aufgebahrt bleibt.

Diese Seite ist übrigens schon mindestens den zweiten Tag online; mal sehen, ob er drei Tage oder eine ganze Woche aufgebahrt bleibt.

 P. S. Jetzt ist er schon den dritten Tag online-aufgebahrt. Ich gehe mal davon aus, dass die nutella.de morgen wieder online ist und sich der tote Michele nicht zum Kim Il-Sung von Ferrero verwandelt.

Ein Pfund Lyrik

1. Februar 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Jetzt geht es um schwere Literatur. Von den 3,58 kg gekaufter Bücher in diesem Monat verteilen sich 1,38 kg auf Kochbücher, 1,5 kg auf Fachliteratur und 0,7 kg auf Belletristik, davon 0,5 kg Lyrik. Das ist natürlich ein unfairer Vergleichsmaßstab; Kochbücher (Ottolenghi) sind ohnehin schon schwere, raumgreifende Dinger die aufgeklappt liegen bleiben können müssen – Lyrik gehört in schmale Taschen, um kalorienlos zum Kaffee gereicht oder in verlassenen Bushaltestellen weit nach Mitternacht gelesen werden zu können. Es ist der Snack unter den Wortnahrungsmitteln, konzentriert mit irgendetwas aus dem menschlichen Sinnbedarf: Liebe, Schönheit, Glaube, Ballaststoffe. Ich empfehle hier die beiden Lyrikbände, und wen ich dabei erwische wie er/sie sie bei Amazon bestellt, dem kündige ich die Facebookfreundschaft.
Markus Berges – Liebeslieder
Wer kennt sie nicht, die schwebend-schweren, in sich leuchtenden Texte der Gruppe Erdmöbel? Viel zu viele kennen sie nicht. Einerseits sollten sie viel mehr Leute kennen und lieben so wie ich es tu, andererseits sind schon jetzt die Konzerte in der Kulturkirche Nippes viel zu schnell ausverkauft. Erdmöbel sind ein Tipp, der sich schon meilenweit über das „Geheim“ erhoben hat: fleißige, gestandene Männer, auf deren stetige und qualitätsvolle Produktion man sich verlassen kann. Und die – trotz aller bürgerlicher Erdung – jedesmal ihr wachsendes Publikum verlässlich und sicher vom Hocker reißen.
Markus Berges ist der Kopf der Gruppe, was nicht heißen soll, dass die anderen keine Köpfe hätten (sie nennen ihn aber selber so) und das dünne Büchlein umfasst viele Texte, die dem Erdmöbelfan (mir) in dieser Form von Fast-Auswendigkeit im eigenen Kopf stecken, welche beim Abspielen des Liedes alle Glocken klingen, aber noch nicht mitsingen lassen. Die Texte sind saumäßig schwer und lassen ahnen, dass das Licht der Welt auf ganz besondere Art durch Berges’ dicke Brille fällt – ich finde das natürlich grandios, ich kann es auch verstehen, dass es nicht jedermanns Sache ist, aber Jedermann mit seinem Atemlos-durch-die-Nacht Geschmack tut mir dann von Herzen leid.
markus berges, liebeslieder, AISTHESIS VERLAG, ISBN 978-3-89528-916-3
Fritz Eckenga – Mit mir im Reimen
Der Autor fand die Stiefel von Robert Gernhardt, der sie von Christian Morgenstern erbte, er füllt sie aus und stiefelt damit durch die Landschaft, die Gedichte sind selten mehr als eine Seite lang und eignen sich prima zum Merken, Aufsagen, falsch Zitieren, denn in Wirklichkeit sind sie viel gerissener und komplexer als es auf den ersten Anles den -schein hat. Das Buch ist so handlich und schön wie eine alte Goetheausgabe, mit Leineneinband, dünnem Papier, feingliedriger Typographie – wäre da nicht die krakelige Kahl-Karikatur auf der Titelseite, man könnte es wirklich für irgendwas halten, das aus Opas Bücherschrank der Hundertjährigkeit entgegenstrebt.
Süß sind die Gedichte nicht, grazil und leicht auch nicht gerade, dafür schwungvoll, kraftvoll und zum Umgeschmissenwerden witzig. Die Frage ist auch hier: wird das gewürdigt? Hat Fritz Eckenga den Hauch einer Chance, so beliebt und berühmt zu werden, wie es Christian Morgenstern/Joachim Ringelnatz waren, oder ist seine Kunst ein durchgeknallter Anachronismus? Es stellt sich heraus: so beliebt waren auch Morgenstern/Ringelnatz zu Lebzeiten gar nicht, die wurden nur nach dem 2. Weltkrieg gehyped, um über den grauenhaften Kulturverlust hinwegzutäuschen. Na gut, um Fritz Eckenga berühmt zu machen, wünsche ich keinen Weltkrieg herbei, die Maßnahme wäre übertrieben. Aber es ist schon ein wirklich sehr schönes dickes kleines Buch. Und der Autor ist längst nicht so dick wie seine Essens-Gedichte vermuten lassen.
Fritz Eckenga, MIT MIR IM REIMEN, Verlag Antje Kunstmann, ISBN 978-3-95614-027-3

Muslimstollen

21. Dezember 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Es begann mit einem Artikel von Deniz Yücel. Der rief beim Chef des Zentralkommittees Dresdner Christstollenbäcker an und fragte nach „Muslimstollen“, den es ja irgendwie auch geben müsse, wenn es Christstollen gäbe. Gab es aber nicht. Der Chef verneinte mit sämtlichen Anzeichen der verdeckten emotionalen Bewegung, die einen befällt, wenn man verarscht wird, sich aber nicht sicher ist, ob wirklich.
Da ich finde, dass „Muslimstollen“ schon sprachlich besser über die Zunge geht als der doppel-st-behaftete protestantische (und irgendjemand muss ja die Arbeit machen) griff ich mir eine sehr christliche Anleitung aus dem Rezeptbuch. Der Islam ist ja schließlich auch eine „Buchreligion“, weit entfernt können die Varianten also nicht liegen.
Das schöne an religiöser Interpretation und Exegese ist ja, dass man je nach Lust, Bedürfnis und allgemeiner Stimmungslage die guten, vernünftigen Dinge behalten und die blöden Sachen weglassen kann: im Christentum die uncoole Frauenunterdrückung und den Sklavenhandel, im Islam z. B. das Umbringen Andersgläubiger und die Verbote von Alkohol (Rumrosinen!). Also fliegen bei meinem Stollen das eklige Zitonat und Orangat raus, rein kommen schicke Pistazien und gehackte Datteln, auch ein bisschen Zimt, statt Marzipan gibt es Halva und der staubende, bröselnde Puderzuckerpanzer wird durch einen schönen Honiganstrich ersetzt. OK?
Nicht ganz. Während der restliche Stollen das „Daumen hoch“ der Testesser erhält, kann sich niemand für Halva statt Marzipan erwärmen (nicht mal ich). Aber ich habe ja eigentlich auch keine Ahnung, was Haram und Halal ist; wenn ich das nächste mal jahresendzeitfestlich backe nehme ich wieder Marzipan und nenne das Ganze Agnoststollen.

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350 g Mehl
250 g Magerquark
2 Päckchen Backpulver
1 Ei
1 Eigelb
150 g weiche Butter
150 g Zucker
Je 1 Messerspitze Zimt, Muskatblüte, geriebene Zitronenschale, Safran, wenn noch welcher da ist
1 Päckchen Vanillinzucker
Rumaroma für die Orthodoxen, Vanillearoma für die Süßes liebenden
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350 g Rumrosinen
150 g gehackte Mandeln
75 g gehackte Pistazien
100 g gehackte, entsteinte (klaro) Datteln
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1 Wurst Marzipan (Halva für die Orthodoxen) ca. 100-150 g
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Flüssiger Honig zum Bestreichen
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Mehl und Backpulver in eine große Schüssel sieben, dann die restlichen Zutaten des ersten Abschnitts dazugeben und mit Rührhaken 5 Minuten lang heftigst kneten. Die Zutaten des zweiten Abschnitts unterrühren und gleichmäßig vermischen, gegebenenfalls noch etwas Mehl dazugeben.
Den Umluftofen (Ober- und Unterhitze) auf 150° vorheizen, auf Backpapier den Teigklumpen draufklatschen und eine Längsmulde reindrücken. In selbiger die Marzipanwurst platzieren und mit dem übrigen Teig zudecken. Ab in den Backofen.
50 Minuten Backzeit reicht, nach dem Herausnehmen sofort mit dem flüssigen Honig nicht zu dick bestreichen. Çok lezzetli!
Das kommt alles rein.

Das kommt alles rein.

Kulturelle Vermischung

Das ist die kulturelle Vermischung.

Backe, backe, Kuchen

Backe, backe, Kuchen

Der fertige Stollen.

Der fertige Stollen.

Davon könnt Ihr Euch eine Scheibe abschneiden.

Davon könnt Ihr Euch eine Scheibe abschneiden.

Peeking into the „Darkness over Cannae“

21. November 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Life’s not just, or at least not well balanced. I did not utter a word here for almost half a year and now two posts within barely a week – well, I guess you can manage. Probably even my attempts at writing Englisch.

I’ve got to as I want to review „Darkness over Cannae“, an illustrated book by Jenny Dolfen, which was written in English, though Jenny (despite the name) is German (or does a very good presentation of one). Let me confirm to all of you that her German is excellent, almost without accent, and I guess she wrote „Darkness“ in English just because most History Buffs are Brits and Americanos and polyglot Frenchpeople as well as Tunisians. Ah yes, and maybe some Italians too, not taking into account that this book might not become exceedingly popular, there. I should also note here that this book is incomplete without its illustrations (still a very good read, though) as Jenny Dolfen is renowned for her illustrations of mostly fantasy themes (Tolkien and the like).

„Darkness over Cannae“ spans the time of only one crucial day – that of the battle of Cannae, which destroyed eight Roman legions in the Second Punic War. Hannibal offers battle to the all-too-eager Roman Consuls, who, bound in internal squabbling, don’t notice his trap until they’re well inside. We follow Hannibal (as well as the Consuls and the Roman Tribune Lentulus) from before dawn until deep into the night, as the tide of events turns from almost certain defeat to a complete, gruesome victory, killing almost every Roman soldier including the two vainglorious Consuls.

This could have been the most terrible book in the world.

In the hands of Frank Miller, we would wade in blood from page one. Bare-chested bodybuilders would crush each other in choreographed poses like pro wrestlers. The Romans would have suffered destruction, dismemberment and humiliation by Charlie Adlard. But thanks to Apollon Jenny is neither a militarist nor very bloodthirsty, therefore her battle at Cannae is almost civilized (ok, there are pics e. g. of a horse being pierced by a javelin, but that’s the exemption). Later, there’s the stereotypical carpet of bodies as known from so many illustrations of battlefields (mostly from the American Civil War, today from computer games). I wouldn’t hand this book to kids below the age of 11, but then I don’t have kids, and why worry about giving a book to somebody else’s offspring given the fact that I won’t lend it out to anyone anyway).

It’s a beautiful book.

It’s full of pictures of pretty men. The only ugly guys are obviously kickstarter-backers of Jenny’s project who bought into the get-your-portrait-worked-into-it option (I’m the Samnite triarius on page 125). Bomilkar is pretty, Lentulus is pretty, Hamilkar is the prettiest of them all. Small wonder, as Jenny’s Tolkien Elves are so inhumanely pretty you don’t need Orcs in comparison to notice. Well … the Roman alleged „Hannibal“ bust shows a pretty rugged guy who looks as if he were in pain, and that’s that – we have no pictorial evidence of the greatest General of Roman-era antiquity. The Carthaginians themselves, being Semites, were a bit at odds with the concept of pictures themselves. So, why not picture Hannibal pretty. There’s enough ugliness in this world.

It is a good book.

Jenny went at lengths to prove everything’s authentic (if you exclude one corn stalk lying around, I guess it was left there on purpose, just to tick off nitpickers). There must have been hours of discussions „Jaybird“ held with the history buffs at Geschichtsforum.de, and this was definitely just one source of many. She painted almost as many pictures NOT in the book as she actually fit into the book; these were only to round the image of Hannibal, his time, his life. Of course, the pics were also made to tease the ever-growing community of fans, but I was a bit shocked when I realised that almost nothing of what I saw before was in the book (buy the „Beyond Cannae“ booklet to get them all). I’m not sure if all military details are correct, I don’t care too much for the military, but the mechanisms of too many men in one space are eerily plausible. That’s enough for me.

It is a very good book.

Reenactors pursue the happiness of their hobby to get that special impression of „being there“; of re-enacting, re-living a special moment in history. This works specially easy with pictures, that’s how artists like Mort Kuenstler earn their living (and deform the image of the American Civil War). Many artists bothz real and would-be busy themselves creating „their“ history by „imagining“ it. Sometimes these doings are as complex as computer games, sometimes as simple as doodles. Few are really good. While I must admit that some of the more elaborate paintings by Jenny did not work that magic (e. g. the Balearic slingers on pgs 66-67). I like the small pics, almost sketches on p. 9, 12 most: just men, sitting around, smiling. That’s my „being there“ moment. That’s why I like this book (as a reenactor).

I also like (or rather, I like being amazed by) Carthage and, though I never was a fan of the Republican era, Rome, and ancient civilizations in general, which kindled great feats of mankind and things of great beauty. From this aspect, „Darkness over Cannae“ is a very civilized book. I suggest you buy and read it if you are into this kind of thing.

Drei Ninas

16. November 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Hier geht es um das, was im Titel steht: drei Frauen, die alle Nina heißen.

Nun sollte es klar sein, dass dieser Name vielleicht etwas weiter verbreitet ist als z. B. „Heliobakta*“, wenn ich also über drei Ninas schreibe, die ich besonders toll finde, ist es vielleicht nur eine kleine Schnittmenge der großen Menge toller Ninas in einem Universum, das möglicherweise zu 15% aus Ninas besteht. Will sagen: ich spreche über einen Zufall, nicht eine Wahrscheinlichkeitsrechnung, und die Ninas dieser Welt sind höchstwahrscheinlich alle toll, ich habe aber gerade nur Zeit, über drei zu schreiben.

Die erste ist die entfernteste: Nina Paley lebt in den USA, ist Illustratorin und Animatorin**. Auf ihrem Blog bezeichnete sie sich selbst als „America’s best loved unknown cartoonist“ (http://blog.ninapaley.com/), wobei sie das „unknown“ seit dem Erfolg des Videos „This Land Is Mine“  streichen musste.
Nina Paley als ein Multitalent zu bezeichnen ist eine gemeine Untertreibung, ich glaube, sie hat mittlerweile jeden Zeichenstil, jede Form der Transformation zweidimensionaler Darstellung in sequentielle Geschichten ausprobiert und war damit erfolgreich. Neben den großen „epischen“ Filmen „Sita sings the Blues“ (eine Adaption der absurd misogynen Sita-Rama Legende aus der Bhagavad-Gita und gleichzeitig die Aufarbeitung eines Trennungserlebnis) und jetzt „Zeder-Masochism“ (das alte Testament und –? das Projekt ist noch nicht fertig, aber „This Land is mine“ ist ein Teil davon) hat sie auch eine ganze Reihe kleiner Filme produziert, die anzusehen sich lohnt.
Und damit sich das auch für sie lohnt, empfehle ich den Klick auf den „Donate“ Button, denn diese Künstlerin verteilt ihre Werke so freigebig wie die Sonne ihre Strahlen – der Erfolg von „This Land is mine“ brachte ihr erst einmal enorme Serverkosten ein.

Die zweite liegt schon deutlich hinter weniger atlantischer Seemasse*** entfernt: wenn man N I N A auf englisch buchstabiert, kommt EN I EN AY heraus, und so heißt auch ihr Laden. Enienay verarbeitet alte Kleidung – überwiegend Herrenanzüge, Herrenhemden und Schlipse, jene merkwürdig bunten, schnelllebigen Accessoires männlicher Pracht – und fertigt daraus wunderbar originelle, komplizierte, körper- und formbetonte Kleidung für Frauen. Jedes Stück ist gezwungenermaßen ein Unikat. Nirgends sieht es nach „Flicken“ aus. Die Eleganz (und Absurdität, zumindest bei den Schlipsen) der männlichen Kleidungsstücke morpht fließend in die neuen, weiblichen Formen um.
Im von Mode nicht gerade ungesegneten London stach bei den Besuchen von Sabine und mir dieser Laden heraus wie die Nummer drei der acht Planeten um die Sonne. Glückliche Zufälle kamen dazu: beim ersten Besuch war sie gerade an einem der zwei Tage pro Woche mit ihrem Stand vertreten, beim zweiten Besuch war gerade Eröffnungstag ihrer kleinen Boutique um die Ecke. Dann besuchte eine Freundin von uns dieses Jahr London, fand zufällig diesen Laden und berichtete uns emsig von diesem Laden, und wir so: Ja ja, die Enienay, die kennen wir seit 2009 …

Die dritte ist die Nächste in Raum, Zeit und Verbundenheit: Nina Hempel lebt in Köln, sogar in der Nähe, ich habe sie kennengelernt bevor mir meine Damals-noch-nicht-Frau ihre Eltern vorgestellt hat, und die mitunter sanft schubsende Tatze des Karma hat sie zur Freundin und Trauzeugin von Sabine und mir gemacht. Nina betreibt mit ihrer Freundin Moni Wallberg den Laden „Blauer Montag“ auf der Limburger Straße in Köln; dort findet man (wie der Name sagt) von Dienstag bis Samstag eine der beiden hinter der Theke, Kleider für Mann und Frau an der Wand und natürlich Beratung.
In Ninas (und Monis) Sachen steckt unglaublich viel Liebe (ist auch der Claim von www.blauer-montag.com „Weil wir lieben was wir tun!“ Ja!): Liebe zu den Menschen, die darin stecken sollen, zur Mode, zu guter Musik und Party (die Montäglerinnen lieben gute Partys und haben gerne nette Menschen um sich herum). Die Stoffe werden mit Bedacht und Humor ausgewählt und sorgfältig verarbeitet. Und meine Frau sieht in den Kleidern von Nina Hempel so gut aus, dass ich sie zum einen einfach heiraten musste und, zum anderen, mittlerweile ein großer Teil der Kleider in unserem Schrank aus der Limburger Straße kommt. So tolle Sachen, so eine tolle Freundin! Und ihr könnt ihre Sachen auch online kaufen****:  Der DaWanda-Shop macht das Bestellen einfach und sicher. Schöner ist natürlich Stöbern und Anprobieren, aber wenn ihr in Sprockhövel wohnt, ist DaWanda echt eine Alternative.

Also, drei Ninas, alle drei jede für sich so kreativ wie ganze Jahrgänge von Fachhochschulabsolventen. Geht hin und unterstützt sie.

*Tochter von Prof. Klöpke beim unvergleichlichen Tom.
** Trickfilmerin, nicht Animateurin – das sind die Figuren, die im Urlaubsgewerbe mit guter Laune um sich schmeißen.
*** Nur einen Ärmel Kanal, sie wohnt in London und hat ihren Laden (hoffentlich noch) im Spitalfields Market.
**** Bei Nina Paley spenden und Enienay in London besuchen ist natürlich auch drin.

Besuch einer Lobbyveranstaltung

17. Juni 2014 § 5 Kommentare

Mein Kaffee im CDU-Fraktionssaal

Mein Kaffee im CDU-Fraktionssaal.

Am 16.06. fand im Landtag Düsseldorf eine gemeinsame Veranstaltung des evangelischen und des katholischen Kirchenbüros im Landtag NRW statt – nein, das war keine stilistisch unglückliche Doppelung, es gibt Kirchenbüros im Landtag, und die Veranstaltung fand im Landtag statt. 

Die Veranstaltung hieß „Staat und Kirche in NRW – Standpunkte und Perspektiven“ und zeichnete sich dadurch aus, dass sie den Dialog suchte: und zwar den zwischen den beiden Großkirchen und den Abgeordneten. Während die Kirchen im öffentlichen Diskurs in der Defensive sind und an vielen Stellen herbe Kritik einstecken müssen – Kirchliches Arbeitsrecht, „Dotationen“ und Kirchenfinanzen, Skandale aller Art, Bekenntnisgrundschulen – gingen sie hier in die Offensive und sprachen die Mächtigen im Lande, die Abgeordneten, direkt an. 

So geht es also auch.

Nur in den allerletzten Tagen wurde diese Veranstaltung öffentlich, schließlich ist es bei einem Termin im Gebäude des Landtags selber unvermeidlich, und so konnten trotz der Kurzfristigkeit auch noch einige kritische Stimmen an dieser trauten Zweisamkeitsveranstaltung teilnehmen (vielen Dank sei an dieser Stelle den Abgeordneten ausgesprochen, die einige Leute trotz dieser Staat-Kirche-Exklusivität im wahrsten Wortsinn hineinschmuggelten). So konnte zumindest ein wenig Kritik an den Verflechtungen und Verfilzungen in das hohe Gebäude und die einvernehmliche Gesprächsrunde gebracht werden; von sich aus hatten die Kirchen keinen einzigen Vertreter muslimischen oder jüdischen Glaubens, geschweige denn der Humanisten oder Freidenker eingeladen (von erklärten Atheisten ganz zu schweigen). 

Professionell organisiert war das Ganze schon: drei kurze Eröffnungsreden, in denen vom Landtagsvize Uhlenberg, den Kirchenbüroleitern und auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erst einmal die Bedeutung der Zusammenarbeit mit den Kirchen gepriesen wurde – wobei letztere allerdings zum Schluß ihrer Rede auch die Notwendigkeit der Veränderung angesichts zunehmender Säkularisierung anmerkte: „Es gibt mehr menschen, die sich entschlossen haben, keiner Religion anzugehören, und wir müssen das respektieren … es sind keine besseren oder schlechteren Bürger.“

Anschließend ging die Arbeit in Themenforen weiter, welche in separaten Sitzungszimmern zusammenkamen. Dort wurden von Wissenschaftlern Impulsreferate gehalten, welche durch zwei aus Politik und/oder Wissenschaft eingebrachte Standpunkte eingerahmt wurden – anschließend konnte dieser Input von den Teilnehmern diskutiert und ergänzt werden. Die Moderation der Themenforen wurde jeweils von einem Kirchenchef übernommen, anwesende JournalistInnen hatten die Aufgabe der Zusammenfassung.

Trotz nur mäßig kritischer Positionen der Wissenschaftler zeigten diese Ergebnisse einen Tenor der Notwendigkeit von Reformen. 

Das Forum „Finanzen“ kreiste um das Problem des Kirchensteuereinzugs und des Verfassungsauftrags zur Ablösung der „Staatsleistungen“: hier zeigte sich keine Seite fähig und/oder Willens, am Status Quo etwas zu ändern. Letztlich hofft man auf Europa und eine Neuregelung durch „Europäisierung“ der Kirchenfinanzierung. 

Im Forum „Arbeitsrecht“ muss es hoch her gegangen sein: das kirchliche Arbeitsrecht scheint jedoch heute schon weitgehend ausgehöhlt, mehr Respekt vor den Lebensentscheidungen Einzelner und Kooperation mit den Gewerkschaften wurde deutlich eingefordert. 

„Pluralität und Medien“ erkannte die Säkularisierung der Sonn- und Feiertage an, sperrte sich aber gegen Lockerung der sogen. stillen Feiertage (Tanzverbote): „an einem Tag im Jahr auf Tanzen zu verzichten schadet doch niemandem“. Die rechtlich zugesicherte Sendezeit in den Medien müsse pluralistischer verteilt werden. Über Hintergründe der Finanzierung von Kirchensendungen durch die Sender hatte das Podium keine Ahnung.

Bekenntnisschulen und Kitas waren die Kernthemen des Forums „Bildung“. Während das Schema der Bekenntnisschulen als dringend reform- bzw. abschaffungsbedürftig erkannt wurden (nur die CDU ist strikt dagegen) ist bei den Kitas eine paradoxe Entwicklung zu beobachten: immer mehr muslimische Kinder sind in den Kindergärten der Kirchen – der Staat kann sie aber nicht zur „Öffnung“ zwingen.

Das Forum „Soziale Daseinsvorsorge“ überschnitt sich mit „Arbeitsrecht“, da die wenigsten kirchlichen Krankenhäuser noch ein religiöses Profil besäßen. Auch finden sie einfach kein qualifiziertes Personal mit passender Konfession mehr.

Mein Eindruck vom letzten Forum „Kirche als Kulturträger“ war, dass es sich hauptsächlich Jammern und Betteln um mehr Zuschüsse für Kulturarbeit und Denkmalschutz für Kirchengebäude handelte. 

Das sehr disziplinierte und offensichtlich inständig auf einen pünktlichen Schluss hoffende Publikum brachte nur wenige Wortmeldungen in die Ergebnisse der Themenforen ein, mit Ausnahme der unermüdlichen Ingrid Matthäus-Meier, die leidenschaftlich Stellung bezog gegen das kirchliche Arbeitsrecht und die Monopolisierungen im sozialen Bereich. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Rede („Statement“) von Armin Laschet, Oppositionsführer, der sich deutlich gegen jede Änderung der Landesverfassung aussprach und die Kirchen als Träger, Stützen, Säulen des Staates ansah. Danach kam noch eine Dankesliste der Kirchenbüroleiter, anschließend wurden die Teilnehmer am Stehkaffee vorbei in Richtung WM Deutschland-Portugal entlassen.

Was hat diese Veranstaltung jetzt gebracht?

Sie hat einen enormen Veränderungsbedarf aufgezeigt – und gleichzeitig den Wunsch der Kirchen und vor allem der CDU-Opposition, alles so zu lassen, wie es ist. Die Kampfansage Laschets gegen jegliche Korrektur der Landesverfassung (angeraten z. B.. bei den Bekenntnisschulen) erinnerte an die „Tea Party“ und ihren Fanatismus in der Verteidigung des „one nation under god“. In allen Foren wurde stärkere Öffnung zur Pluralität gefordert: die wurde hingegen von den Kirchenvertretern überwiegend als Aufforderung zum ökumenischen Schulterschluss, optimal unter Einbezug von Juden und Muslimen, interpretiert. Die hätte man vielleicht besser selber eingeladen, als sie in der Diskussion immer und immer wieder zu vereinnahmen.

Überhaupt, Pluralität: gern changierten die Kirchenvertreter zwischen dem Zugeständnis einer säkulareren und pluralistischeren Gesellschaft einerseits und einem Pochen auf ihren 70% katholischen und evangelischen Christen, als wären letztere eine monolithische Truppe: überhaupt machte die Gegenüberstellung mit der säkularen Gesellschaft aus den beiden eine einzige, ökumenische Kirche, als hätten sie keine unterschiedlichen Positionen, Standpunkte und Probleme. Betonung von Öffnung (Notwendigkeit zur … ) wurde meist kombiniert mit der Klage über die Zersplitterung der Gruppen, gegenüber denen man sich öffnen sollte: Unkonkreter geht es nicht. Auch darin spiegelt sich die Position von Kirchen und Politik in NRW wieder, die bisherigen Strukturen auf jeden Fall zu erhalten, damit nicht die Möglichkeit verstreicht, sie irgendwann wieder mit Leben zu füllen. Vielleicht gibt es ja bald wieder 90% Katholiken! Dann werden die Bekenntnisschulen sicher gebraucht. 

Eigentlich wollte ich während der Veranstaltung „Böckenförde-Bingo“ spielen, dann fiel das berühmte „Diktum“ aber doch nur ein Mal. Statt dessen lernte ich eine neue Interpretation für „Bedeutungsüberschuss“ (als moralisches Produkt kirchlicher Arbeit, das auch Atheisten und Agnostikern zugute kommt). Und noch etwas habe ich gelernt: wenn man einen Politiker auf einen Missstand aufmerksam macht, sind „Das weiß ich nicht“ und „Das sehe ich nicht so“ ausreichende, voll qualifizierte ablehnende Antworten. Aber damit wird man beschieden, wenn man sich in den Dialog von Staat und Kirche einmischt. 

Später nahm ich den Platz des Vorsitzenden der Verfassungskommission ein.

Später nahm ich den Platz des Vorsitzenden der Verfassungskommission ein.

 

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