Keine Ahnung was ich da esse

15. April 2010 § Ein Kommentar

Bewusstes Verbrauchen ist viel besser als bewusstloses, das weiss heute jedes Montessori-Kind und schaut deshalb auf Labels (Bepper) mit 3-Buchstaben-Signet wie BIO, ÖKO oder FREILANDHALTUNG bevor z. B. die Farfalle oder das Wegwerftaschentuch gekauft werden. Und weil der Mensch kein Wort versteht, neben dem nicht ein Bildchen platziert wird, damit das Wort leichter runtergeht wie die Schluckimpfung, muss noch irgendwas zwischen Gasflamme und Büropflanze drauf, damit klar wird, Mensch, hier wurde an dich gedacht, was hier so schmeckt, schmeckt wirklich so.

Mensch, das schmeckt

Eine Rolling-Stones-Zunge wäre hier sicher passender gewesen

Realität und Geschmack sind ja nicht unbedingt kongruent, auch wenn es in der Werbung (die vom „wahren Geschmack“ redet) gern behauptet wird. „Wie schmeckt das eigentlich?“ mögen sich auch die Entwickler des Cornetto „Enigma“ gedacht haben, als sie zur Eisentwicklung schritten. Braucht es einen Ed-von-Schleck Turing, um dieses Rätsel zu knacken? Mitnichten. In diesem Hörnchen manifestiert sich als Eistütenspitze die Gegenbewegung zum Open-Source-McFlurry, in den (das?) jeder nach Kräften seine Zutaten hineingeben und so seinen eigenen „Blend“ (Verschnitt, auch: Mischung) kreieren kann.

das Rätseleis

Wonach schmeckt das?

„Kreieren“ ist ein tolles Wort, weil es jeder, aber auch wirklich jeder gehört besser versteht als gelesen, und weil ich mal eine schöne Headline für Bier kreiert habe, schreibe ich sie einfach hin: „Wären gute Biere Naturkatastrophen, dies Pils wäre der Weltuntergang“

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§ Eine Antwort auf Keine Ahnung was ich da esse

  • Annette sagt:

    Das entscheidende Wort „ohne“ habe ich zuletzt gelesen – und war zunächst erstaunt über die ungewöhnliche Kennzeichnung, die mir wie eine Anti-Werbung (mit Ungesundem) vorkam.

    Der Vergleich mit der Gasflamme erinnert mich an einen sehr unpassenden Werbeslogan.
    Ein Energieversorgungsunternehmen warb einmal in einer Zeitungsanzeige mit „Gas macht Spaß“.
    In der DDR wurden Werbetexte geprüft, ehe sie veröffentlicht wurden, und aufmerksame Mitarbeiter fanden diesen Satz makaber. Wir hatten aber schon Marktwirtschaft, und der Text durfte erscheinen.

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