Maßnahmen gegen den Weltuntergang

11. Mai 2010 § Ein Kommentar

Glaubt bloss nicht, dass ich nicht mitbekommen habe, wie die Zahlen dieses Blogs in die Höhe gehen wenn ich hier über Werbung schimpfe wie ein Rohrspatz ohne Morgenkaffee. Schimpfen ist einfach, Schimpfenswertes gibt es viel, meinen Morgenkaffee nehme ich normalerweise erst um 7:20 Uhr im ICE 813 auf der Höhe von Troisdorf, deshalb. Ich bitte um Ihr Verständnis.

Weil es aber doch sein könnte, dass zuviel Herumkrakeelen die Welt-Karma-Balance aus den Fugen hebelt und alles koppheister geht wie bei Roland Emmerich, will ich diesmal eine Kampagne preisen, die synästhetischen Genuss der Extraklasse bietet: denn Ritter Sport schmeckt nicht nur ausgezeichnet, das Produktkonzept der Vielfalt geht auf, die Packungsgestaltung ist ein Klassiker und trotzdem offen für Veränderung und Weiterentwicklung, die Kampagne ist liebevoll bebildert, betextet und verfährt sich trotzdem nicht in der „Ich trinke Jägermeister“-Monotonie.

Schon die erste Welle gefiel mir, nicht zuletzt weil die „Ritter-Sport-Freundin“ (Ritter-Sportfreundin?), welche die Vollmilchschokolade anpries, aussieht wie meine Kollegin Julia. Sauber, fokussiert, abwechslungsreich und als Versprechen immer der Genuss, dazu „Sportfreunde“ aus der ganzen Gesellschaft – wer möchte da nicht Sportfreund werden? Auch wenn ich Hedonism Bot als Vorbild habe, dem Ritter Sport kann ich mich nicht verwehren. Schöne bunte Sportfreunde-Polos gabs auch zu kaufen. Markenidentifikation war noch nie so lecker.

In der zweiten Welle werden jetzt die Plakate grafischer, ästhetisch raffinierter, weniger kommunikativ. Lässt sich aus den Bildern der ins Quadrat gesetzten, bunten Sportfreunde ein neues Packungsdesign ablesen? Die Packungsgestaltung von Ritter Sport könnte das verkraften, zumindest zu Promozwecken. Der innere Pawlow-Hund bekennt sich jedenfalls dazu, schon mehrmals seit Klebung der Plakate an Milka, Sarotti, Alpia vorbei nach den Ritter-Quadraten gegriffen zu haben. Und von mir aus könnte das so weitergehen. bei guter Werbung wird auch das Drauf Reinfallen lustvoll.

Übrigens, Weltuntergang: ich würde gerne angesichts der Emmerichschen Katastrophenfilme eine Initiative „Ein Herz für Nebenrollen“ gründen, Angebot: ein oder zwei Kinder und ein Partner der amerikanischen Familie werden kurz vor Schluss noch abgemurkst, dafür überleben aber der Schönheitschirurg-Freund und der „Comic Relief“-Milliardär. Abgemacht?

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§ Eine Antwort auf Maßnahmen gegen den Weltuntergang

  • Tim sagt:

    Die Plakate kenn ich gar nicht, sind die nicht überregional?
    Und die „Ein Herz für Nebenrollen“-petition ist schon unterzeichnet.

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