The Good, the Flat and the Ugly

31. Mai 2010 § 2 Kommentare

Sprache ist das, was sie wird, weil sie das ist, was man daraus macht. Heute morgen stand ich in der Untergrundbahnstation zwischen zwei Plakaten: auf einem verkündete ein kahler Wonneproppen für Base „Flats kostenlos wechseln“, auf dem anderen freute sich ein Idiot über die Telefonauskunft, die ihm seinen Flug cancelt und gleichzeitig ein Hotel bucht … oder so. Ich habe nicht das ganze Plakat fotografiert, muss ja auch nicht sein.

Flats kostenlos wechseln, über diesen Service dürfte sich jeder Amerikaner freuen, denn der Flat ist wortwörtlich der „Platte“ und damit der luftlose Reifen. Flatrate, was, wenn ich mich nicht täusche, im lateinischen den Imp. pl. von Furzen darstellt, wäre auf deutsch eigentlich ein zweidimensionaler Flachtarif oder Platttarif, verständlich, dass das dann amerikanisch bleiben soll und abgekürzt. Hier wird versucht, einen „Keks“ zu bilden: so hat Leibnis seine krümeligen Hartplätzchen genannt, das amerikanische „Cakes“ eindeutschend. Also eher „Flät“. Genau abrechnende Tarife würden dadurch natürlich unflätig, und weitergedacht, müsste man den Spruch der kahlen Knutschkugel in „Jetzt kostenlos rumflätsen“ umdichten, aber da wäre man, wenn auch irgendwie lustig, schon wieder auf einem anderen Dampfer.

Die andere Telefongesellschaft (formerly known as Telekom, now represented by „T“ -and far away from „Home„) fragt den blutjungen Loser auf der Flughafenbank „Flug gecancelt?“ und bietet ihm gleich daneben (nicht im Bild) Morgenmantel und Einzelbett an, ja, da kann er strahlen, vor allem, wenn er als Einsteiger-Geschäftsmann damit die Termine des nächsten Tages verholzt. Das große pinke T macht hier Katastrophenwerbung: weil der isländische Vulkan, der genauso viele Silben hat wie „Lena Meyer-Landrut“ immer mal wieder die fliegende Klasse auf den Boden holt, biedert sich das T als Hotelvermittlung an. Ach so. Canceln bedeutet übrigens stornieren, streichen, und dieserart Worte schreiben sich wirklich mit einem e-l-n im Gegensatz zur häufig verwendeten Bildung l-e, dem dann ein deutsches n als Verbendung angehängt wird. Das sei aber falsch? Erst einmal besser machen.

A propos: ich finde die junge Sängerin, deren Namen soviele Silben hat wie „Eyjafjallajökull“ auch vollkommen bezaubernd. Und trotzdem ist mein Herz schwer, denn es schlug im sehr passend ESC abgekürzten Wettbewerb für die große, stolze Sharyan Osman. Hat einer einen Tipp, wie ich an Musik von ihr komme?

Und noch eins: alles Gute zum Geburtstag, lieber Ulrich, alter Freund.

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