Die Welt, als Eiskremgemisch interpretiert

3. Mai 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Entschuldigt bitte die lange Stille in diesem Blog. Die Wahrheit ist, ich habe in der Zwischenzeit sehr viel geschrieben, aber eben nicht hier; ich hoffe, es ergibt sich bald die Gelegenheit, das Geschriebene auch irgendwie der Netzgemeinde zukommen zu lassen, aber davor haben die Recht schaffenden Institutionen dieser Welt das Urheberrecht gesetzt, ich muss da noch ein paar Fragen klären.

Der Bahnsteig 6 im Hauptbahnhof Köln, einer der Anhaltspunkte meines Lebens, möchte nicht mehr dass ich dort bleibe;

ich würde dem gerne Folge leisten, aber zum einen fährt der ICE 813 immer wieder mal mit nur einem Zugteil, sodass ich genug evakuierungsdramareifes Zuggedränge im Alltag habe. Zwei Sachen stören obendrein: das Evakuierungsdrama par excellence, „Gone with the wind“, ist jetzt als Himbeer-Schokoladen Eiskremgemisch aufgelegt worden; das hinterlässt blöde Fragen danach, ob Scarlett nach Himbeeren schmeckt und Sklaverei nach Schokolade, denn Rhett würde ja eher nach Bourbon schmecken, aber davon keine Spur.

Wird also irgendwann das Eis (ICE) „Bundesbahn Cremissimo“ aufgelegt, was können wir erwarten? Geschmacklich wahrscheinlich Pfirsich und Blaubeere (denn Geschmack ist nicht relevant), aber sicher ist „50% mehr Inhalt (bei gleicher Packungsgröße)“.

Aber zurück zum Bahnsteig: der will von mir, dass ich nach Finnland verdufte. Cool. Das ist das Land, das jetzt mit den „Wahren Finnen“ xenophobe Rechtspopulisten zur drittstärksten Kraft gemacht hat. Wahre Finnen sehen übrigens so aus; wie das spätere Generationen in Eiskrem übertragen werden, wage ich mir nicht auszudenken.

Ansonsten herrscht aber eitel Homogenität. Für das jüngste Romanplakat aus der Serie „Historische Verschwörung & mörderischer Wahnsinn“ aus der beliebten Erfolgsrezeptreihe „& mörderischer Wahnsinn“ (Religiöser Fanatismus, Sexuelle Verklemmung, Alkoholische Väter, Alte Nazis und Kommunisten) wurde offensichtlich ein Zylone als Templer gecastet. das ist verständlich, denn der gute Mann hat keinen Job mehr.

Und noch mehr Homogenität: „Fast and Furious Five“ stellt nicht nur eine gut befrauenquotete Fünfzahl von Schnellen Wilden aufs Plakat, sie sind so sorgsam gephotoshopt wie nur irgendwas und haben keine Gehirnschädel (die Frauen auch nicht, die haben dort Haare). Dass dieses Schönheitsideal männlicher Stärke auch nicht erst seit gestern vorherrscht, beweist das römische Mosaik eines Athleten.

Und damit wieder zurück an die Bahnsteigkante.

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